Die Reise nach Rom
ein interessanter Blick, 3000 Jahre zurück, in die römischer Geschichte:
Rom im Mittelalter und heute und ein Abstecher in die Albaner Berge zur Sommerresidenz des Päpste - Castel Gandolfo
Die Woche im September 2011war vollgepackt mit Besichtigungstouren, so als sollte die Grenzen unserer Belastbarkeit ausgelotet werden.
Gleich nach der, um zwei Stunden verspäteten Ankunft auf dem Flughafen Leonardo da Vinci - Fiumicino, begann die Besichtigungstour.
Unsere Reiseleiterin bereitete uns mit Hinweisen darauf vor:
Geldbörse fest umklammern und Essen möglichst im Stehen, sonst verdreifacht sich der Preis in den Gaststätten.
So begannen wir unsere Forschungen im Jahre 753 vor Christus, als Rom gegründet wurde. Eine steinerne Statue mit der freundlichen Wölfin, die die Knaben Romulus und Remus säugte, belegt eindeutig, dass es so begonnen haben muss.
Alte Funde belegen, Rom wurde auf sieben Hügeln am Tiber erbaut. Die Stadt Rom vergrößerte sich ständig, trotz vieler Kriege, Brände und zahlreicher Überschwemmungen bis zum Ende des I. Jahrhunderts vor Christus Geburt. Julius Caesar soll es gewesen sein, der durch zahlreichen Reformen die weitere Ausweitung Roms durchsetzte. In diese Zeit fühlten wir uns versetzt als wir über das Forum Romanum zogen und den Geist von Caesar, Augustus, Titus und den andern Kaisern und Senatoren dieser Zeit, zwischen uralten Steinen, Säulenresten und Triumphbögen spürten.
Ein Tourist neben mir bemerkte trocken: "In Berlin haben die Trümmerfrauen ganze Arbeit geleistet - hier liegen die Trümmer seit 2000 Jahren immer noch herum."
Der Titusbogen markiert den Beginn. Dieser, wohl älteste erhaltene Torbogen in Rom wurde zu Ehren des Kaisers Titus 70 n.Chr. errichtet, für die Eroberung Jerusalems und die Zerstörung und Plünderung jüdischer Tempel durch die römischen Legionen. Die Darstellungen auf dem Bogen erzählen davon.
Die ausgegrabenen Bauten weisen hin auf das religiöse sowie politische und gesellschaftliche Leben dieser Zeit.
Um eine Vorstellung von der Ausdehnung des damaligen Zentrums Roms zu erhalten, stellte ich mich in Gedanken an den Berliner Fernsehturm (dem Titusbogen) und blickte zum ehemaligen Palast der Republik an der Spree (dem Triumphbogen des Septimius Severus). Das war es - in etwa.
Rom war in dieser Zeit bekanntlich sehr mächtig, verlor aber durch falsche politische Entscheidungen, Parteienstreit, Uneinigkeiten zwischen den Mächtigen und vielen äußeren Feinden ständig an Macht und Einfluss. Viele Römer verließen die Stadt. In den darauffolgenden Jahren, bis zum Mittelalter sank die Einwohnerzahl.
Das Forum Romanum versank für über 1000 Jahren unter Schutt und Asche.
Brauchbares Baumaterial, besonders der wertvolle Marmor wurde weggeschleppt. Teile des Marmors schmückt bis heute die Pracht des Petersdoms.
Viele Jahre grasten Kühe auf den mit Gras und Sand zugewachsenen Ruinen.
Erst als Rom im 14. Jahrhundert zur Hauptstadt des Kirchenstaates ernannt wurde begann Rom zu wachsen.
Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts erinnerten sich die Römer an die Stätten ihrer stolzen Vergangenheit und es begannen Ausgrabungen, die bis heute anhalten. Sie prägen das Stadtbild. Viele Teile der Innenstadt stehen unter Denkmalschutz.
Seit man erkannte, welche enorme Wirtschaftskraft aus einem gezielt geförderten Tourismus erwachsen kann, buddelt die Stadtverwaltung überall in ihrer Stadt.
Gemeinsam mit tausenden von Touristen und Schaulustigen habe wir uns durchgeschlängelt.
Bei 30°C im Schatten - schweißtreibend aber ungemein bildend.
Wenn Klaus Wowereit in einem Spiegel - Interview sagt, "wir liegen jetzt im Städte-Tourismus an Platz drei in Europa, hinter London und Paris" kann man es nach einer Wanderung durch Rom kaum glauben.
Durch enge Gassen und große Plätzen ging es vorbei an den bekanten und beliebten Orten, die unbedingt gesehen haben muss. Piazza Navona
Trevibrunnen
Spanische Treppe
Pantheon
Und dann der mächtige Petersdom und weiter durch die Vatikanischen Museen zur Sixtinische Kapelle, dem Ort der Papstwahl.
Die Albaner Berge vor den Toren von Rom ist ein sehr beliebter Ausflugsort für die Römer und Zweitwohnsitz und Rückzugsort für wohlhabende Römer. Dazu gehören seit jeher natürlich die Päpste. In Castell Gondolfo bereitete sich, unsichtbar für uns, der Papst bestimmt auf seine Reise nach Berlin vor.
Viele Episoden am Rande unserer Reise rundeten den anstrengenden aber wunderschönen Kurztrip nach Rom ab -

Arrivederci Roma